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September 2010

Eine deutsch-griechische Olivenölgeschichte

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Wie wunderbar es ist, wenn man mit den Produzenten seines Essens sprechen kann, sie vor Ort besucht und kennenlernt, habe ich vor einigen Wochen beschrieben, nachdem ich ein paar Stunden auf dem Melchhof verbringen durfte. Seit einigen Monaten kenne ich nun auch jemanden, der eines meiner Olivenöle herstellt. Dagmar von Alisseos, die mit Ihrer Familie vor Jahren nach Griechenland ausgewandert ist, um sich dort einen Traum zu erfüllen. Seit einigen Monaten sind wir über Blogs & Facebook in den Austausch gekommen, ich habe Ihre Produkte probiert, die inzwischen einen festen Platz in meiner Küche haben. Ich bat sie uns Ihre Geschichte aufzuschreiben, ein bisschen etwas zur Herstellung von Olivenöl zu erzählen und uns vielleicht ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben, wenn das nächste mal ein Olivenöl ausgesucht wird. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Text eines passionierten Menschen, der mit viel Hingabe und der notwendigen Portion Realismus im Leben steht. Vielen Dank, Dagmar und viel Freude beim Lesen Euch allen.

Vor 25 Jahren erfüllten wir uns einen Traum: Wir kauften einen großen Olivenhain im tiefsten Süden Griechenlands. Der Hain wird von den Dörflern „Alisseos-Hügel“ genannt, weil auf ihm eine kleine Kapelle steht, die einem so netten wie unwichtigen Heiligen namens „Elisseos“ gewidmet ist. Joachim sprang beherzt von der steilen Karriereleiter als Arzt und Neurologe in einen selbst ausgebauten VW-Bus, ich packte meine Fotoausrüstung und meinen Hund in den alten Golf und wir wurden – Olivenbauern! Heute können wir im Nachhinein bestätigen, dass ein Traum wahr wurde – allerdings nicht der ursprünglich erträumte… .

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Salz. Eine Ausstellung in Berlin

Ein kurzer Veranstaltungshinweis: Ich bin gerade über eine Ausstellung in Berlin gestolpert, die am kommenden Samstag beginnt und dann einen Monat läuft. Es geht um Salz, der Eintritt ist frei & da der Veranstalter das alles wunderbar erklärt, verzichte ich auf weitere Worte und zitiere:

"Mit 50 großformatigen Bildern vermittelt Fotograf Fred Lange faszinierende Einblicke in die Gewinnung dieses für uns alltäglichen Nährstoffes, ohne den das Leben auf unserem Planeten undenkbar wäre. Mit seiner Kamera hielt er die oft extremen Bedingungen fest, unter denen das „weiße Gold“ an den außergewöhnlichsten Orten der Erde abgebaut wird.

Die fotografische Reise nimmt Sie mit zu den Salzgärten der Algarve, in den Himalaya u...nd zum Toten Meer. Neben den Fotografien vermittelt die Ausstellung Wissenswertes über das Salz, seine Geschichte und seine heilende Wirkung. In einem Salz-Iglu erlebt man Klang- und Farbspiele. An der längsten Salz-Bar Berlins werden Salze aus aller Welt präsentiert. Sie sind herzlich zu einer Kostprobe eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Im Rahmen der Ausstellung „Faszination Salz“ können Kochbegeisterte die kostbarsten Salze der Welt in der modernen Küche kennenlernen. Haben Sie schon einmal mit Rosensalz, Currysalz, Rotweinsalz oder Räuchersalz gekocht? Erstmalig wird die Profi-Küche im Automobil Forum Ort eines exklusiven Kochkurses sein. In Zusammenarbeit mit der Kochschule Culiartis werden pro Kurs 4 Gänge rund um das Thema Salz zubereitet."

Weitere Informationen zu den begeitenden Kochkursen findet ihr hier.

Öffnungszeiten:
18.09.-18.10.2010
tägl. 10:00 - 20:00h
Automobil Forum
Unter den Linden 21, Berlin

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Musik und Kochen

Solange ich koche, gibt es dazu die passende Musik. Es fehlt etwas in der Küche, wenn zum Kochen nicht die richtige Musik läuft. Stevan Paul hat vor ein paar Wochen seine Blogroll um Musik-Blogs erweitert, Björn schreibt zu jedem Rezept die passende Kochmusik in den Blog und auch die Effilee zeigt gern Essen zum Hören. Es scheint eine Verbindung zu geben. Und nun hat jeder so seine eigene Vorstellung bei welcher Musik man am besten entspannen oder sich konzentrieren kann. Es gibt Menschen, die schwören darauf, dass Spaghetti besungen werden müssen, wenn sie gelingen sollen. In meinem letztjährigen Praktikum in der Großküche des Marriott am Potsdamer Platz, lief quasi den ganzen Tag Paul Kalkbrenner, den ich als einziger nicht kannte, was mir bis heute auch nicht als all zu große Wissenslücke erscheint. Naja.

Heute sprach mich Melanie auf der Facebook-Seite darauf an, doch mal meine Playlist in den Blog zu stellen. Et voilà, hier sind die Titel, die bei mir seit ein paar Monaten nur schwer aus der Küche zu verdrängen sind:

  • Paolo Conte: Via con me
  • Guru Jazzmatazz feat. Erykah Badu: Plenty
  • Quincy Jones and Heavy D & The Boyz: Rock With You
  • Children of Judah: Sayin' nothin'
  • Grover Washington Jr.: Knucklehead
  • Asha Puthli: Right Down Here
  • O' Donel Levy: Bad Bad Simba
  • Stuart Wade: Fusion food
  • Willie Bobo: Always there
  • Stuart Wade & Chris Morgans: Phat City Hustler

 

Die passende Playlist dazu findet Ihr hier:

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Hoffest in Melchow

Am Wochenende hatte ich die Chance den Hof zu besuchen, von dem das Gemüse kommt, was ich allwöchentlich auf dem Markt einkaufe.  Eine schöne Sache. Nach ca. einer 3/4 Stunde ist man aus dem Zentrum von Berlin in Melchow. Kein Landidyll, keine Oase des guten Essen und keine Klischees. Allein ein Bauernhof, der nach Demeter-Regeln arbeitet, Gärtner ausbildet und anscheinend sehr bekannt ist. Es waren ein paar hundert Menschen dort, die entweder zu dem Hoffest gekommen sind, weil eben alle aus der Umgebung da sind oder weil man auf dem Markt dazu eingeladen wurde. Voll war es allerdings nicht, weil das Gelände des Hofes wirklich groß ist.

Lamm

Lamm vom Feuer

Es gab ein über einem Feuer gegrilltes Lamm, leckeres Gemüse, Salate und selbstgebackene Brote für kleines Geld. Schon spannend, wenn die Erzeuger aus den Zutaten Essen zubereiten, was man selber auch jeden Tag isst. Kein Schnickschnack, sondern solides leckeres Essen.

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Lamm mit Kräuterquark, Roter Beete und grünem Salat

Ok, ein bisschen Klischee gab es schon: Kinder konnten im Stroh spielen und wurden auch auf dem Traktor herumgefahren. Das war allerdings zu ertragen, sogar ganz unterhaltsam und für einige Kids aus der Stadt sicher auch ein Erlebnis.

Melchow_hof
Stadtkinder im Stroh

Der Besuch bei den Menschen, die dafür sorgen, dass man jede Woche frisches Gemüse bekommt, verändert das Leben nicht. Vor allem nicht, wenn man eigentlich weiß wie das alles aussieht (Heimatlink) und sich selber über Jahre auf dem Bauernhof sein Taschengeld verdient hat. Aber man bekommt ein noch besseres Gefühl für diese Lebensmittel. Man sieht wo die Rote Beete aus dem Boden kommt, wie die Bohnen am Strauch wachsen, die man noch am Morgen auf dem Markt gekauft hat und wie der Grünkohl bereits in Palmen unter schützenden Netzen wächst, den man in ein paar Wochen bekommen wird.

Mlechow_hof1
Himbeeren

Wie mühsam es ist eine Schale Himbeeren zu pflücken, merkt man dann, wenn man sich davon mal eine ganze Handvoll in den Mund schieben will.

Ich kann nur jedem raten mal auf einen Hof zu fahren, weils zum einen ein wunderbarer Ausflug ist, der mit leckerem Essen belohnt wird, zum anderen sind diese Höfe gar nicht so weit weg und man trifft ein paar spannende Menschen. Die freuen sich zudem meistens sehr über das Interesse, was man an Ihrer Arbeit zeigt.

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Noch lange kein Coq au Vin, aber ähnlich lecker

Coq_au_vin

Man muss nicht gleich Coq au Vin kochen, wenn man leckeres Hähnchen essen möchte. Zunächst mal braucht man gutes Fleisch. Echt? Klar. Eigentlich selbstverständlich, aber man kann es nicht oft genug sagen in Zeiten von guten und notwendigen Diskussionen um unser Ernährungsverhalten, die gerade von Jonathan Safran Foer mit seinem Buch "Tiere Essen" angestoßen worden sind. Dazu in einem späteren Text mal mehr. Mein Hähnchen könnt Ihr wie folgt zubereiten. Wer i.Ü. Coq Au Vin machen will, findet hier und hier sehr schöne Rezepte.

Das braucht Ihr für 4 Portionen:
4x Hähnchenbrüste
Butterschmalz
1 rote Zwiebel, grob gehackt
1 Lorbeerblatt
2 mittlere Steinpilze, grob gewürfelt
2 kleine rote Beeten, geschält & gewürfelt
2 Kartoffeln, geschält & gewürfelt
1 Liter Rotwein
1/2 Liter Hühnerbrühe
Je 3 Stengel Petersilie & Thymian im Bund
Pfeffer & Salz

So funktionierts:
Die Hähnchenbrüste pfeffern & salzen und mit der Zwiebel in Butterschmalz von allen Seiten in einem Bräter anbraten, bis sie eine schöne Farbe bekommen haben. Die Steinpilze, rote Beete, Kartoffeln und das Lorbeerblatt dazugeben und die Brüste oben auf das Gemüse legen.  Mit dem Rotwein ablöschen und ein kurz aufkochen. Wenn der Alkoholduft verflogen ist, kommt das Ganze für ca. eine Stunde in den Ofen bei 160 Grad mit einem Deckel drauf. 10 Minuten vor Schluss den Bund frischer Kräuter dazugeben. Wenn Ihr die Kräuter vorher dazu gebt, wird die Soße Bitter bitter.

Nehmt den Bräter nach einer Stunde aus dem Ofen und legt das Hähnchen auf einen Teller in den ausgeschalteten offenen Ofen. Kocht das Gemüse mit der Hühnerbrühe auf und drückt alles durch ein Sieb in einen Topf. Kurz aufkochen, abschmecken, fertig. Die Kartoffeln sollten der Soße ausreichend Bindung geben, ansonsten hilft an der Stelle meist ein wenig vorsichtig dosiertes Kartoffelpüree aus der Packung - besser als jeder Soßenbinder.

Zum Hähnchen mit der Soße passt Reis, aber auch einfache Petersilien-Kartoffeln. Ganz wie Ihr wollt: Lasst es Euch schmecken!

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