Akazienstrasse Eins. Mehr Kochlust für Berlin.

Ich bin gerade eben in der Akazienstrasse am ehemaligen Kaffeeladen von Herrn Schultz vorbeigelaufen und stellte zufrieden fest, dass dort ein neues Geschäft öffnen wird. Der Name bisher ist Akazienstrasse Eins, so die URL der Website und im Impressum sind die Menschen, die auch hinter der Kochlust in Berlin Mitte stehen, abgedruckt. Das freut mich am meisten. Aufmerksam wird man allerdings durch die großen auf die zugeklebten Scheiben gedruckten Sprüche:

So ändern sich die Prioritäten.

Auf einer Lesung von Stevan Paul habe ich die Kochlust Anfang des Jahres das erste mal selber kennengelernt. Ein wunderbarer Kochbuchladen, eine Kochschule, ein Ort an dem man ich als Hobbykoch gerne aufhält, lernt, sich austauscht und ein bisschen die Zeit vergisst. Vielleicht schaffe ich den Besuch in der Akazienstrasse Eins schneller als in der Kochlust und kann meinen Gutschein, der seit über einem Jahr in meiner Küche liegt, dort einlösen? Ich hoffe hier eröffnet ein ähnlich wunderbarer Ort. Solange lese ich gerne die Sprüche an den Scheiben.

Da ist was dran.

Die Kochlust in Berlin Mitte wurde nach britischem Vorbild 2001 von Brit Lippold in der Alten Schönhauser Allee 36 gegründet und hat von Montag bis Freitag von 12:00 - 20:00h geöffnet, Samstags bis 18:00h. Viel Spaß beim Besuch dort und hoffentlich sehr bald in der Akazienstrasse Eins.

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Heldenmarkt im Postbahnhof

Heute und morgen findet im Berliner Postbahnhof der Heldenmarkt statt. Es geht um nachhaltige Produkte, wobei die Palette von Möbeln über Anlagemöglichkeiten hin zu Speisen geht. Kinderprogramm, Diskussionsrunden, Vorträge und Musik - für alles ist gesorgt und trotzdem fühle ich mich hier nicht wohl. Ich sitze inmitten einer Reihe Öko-Klischees: Indisch angehauchter Elektrosound scheppert halblaut aus den Boxen in der Halle, meine Tischnachbarn unterhalten sich über die vielen Vorteile von Dinkel und zupfen sich an Ihren Batiktüchern, während die Verkäuferin am Essensstand hinter mir einem interessierten Herren detaillierte Auskunft zu seiner Quiche gibt: "Klar, da sind nur Ökosachen drin." Nicht zu vergessen: Greenpeace hat ein paar Plakate mit traurig dreinguckenden Orang Utans aufgehangen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Wenn man versuchen will Menschen dazu zu bewegen sich Gedanken zu machen, was der Einzelne konsumiert, dann sollte man dringend aufhören in seiner eigenen Welt zu leben, in der man all diese Dinge gegebenenfalls schon tut, sondern sich vielmehr in die Menschen hineinversetzen, die das noch nicht tun. Denn es geht bei einem solchen Markt doch nicht darum das eigene Bewusstsein und Handeln zu feiern, sondern vielmehr darum das Verständnis und die Notwendigkeit eben dafür anderen Menschen näher zu bringen. Schwierig eine Veranstaltung gut zu heissen, wenn man sich selber als nachhaltig handelnden Menschen versteht, es zumindest versucht und der Eindruck einem alles andere vermittelt als die Verbreitungsmöglichkeit und Bewusttseinsschaffung für das Thema.

Vielleicht sehr Ihr das alles völlig anders, aber für mich fühlt es sich an, als verfehlt die Veranstaltung das eigene Thema oder ich verstehe eben dieses falsch. Geht es um Information und Aufklärung hin zu Menschen den man das Thema nahelegen möchte oder um etwas anderes? Wer sich selber ein Bild machen will, kann heute noch bis 20:00h in den Ostbahnhof kommen oder morgen den ganzen Tag. Der Eintritt sind 5 Euro.

Ich trinke noch mein Bier aus, ein würziges süßes Märzen von Schoppe Bräu. Der Verkäufer war im Übrigen toll: Witzig, eloquent und auf Nachfrage gab es ein paar Infos zum Berliner Gebräu. Mehr wollte ich nicht. Ein Bier, ein gutes Gefühl und die Adresse der Kneipe wo ich das Glas erneut leeren kann. Vielen Dank, ich lasse es mir schmecken und fahre gleich wieder heim - mit der Bahn.

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The Big Draw: Ich zeichne mir mein Dinner

Das stimmt nicht ganz, weil ich am kommenden Samstag leider keine Zeit habe an "The Big Draw" im Rahmen der Langen Nacht der Museen teilzunehmen. Aber wer von Euch Zeit hat und keine Lust auf Museen-Hopping in der Kälte mit überfüllten Shuttle-Bussen, der ist hier vielleicht richtig aufgehoben. Auf der Website von "The Big Draw" heisst es:

"Zeichenaktion mit der Künstlerin Eva Randelzhofer. Inspiriert von der Ausstellung »Koscher & Co.« können Jung und Alt gemeinsam an der überdimensionalen Festtafel das eigene Lieblingsgericht, das Traumdinner oder die exotische Wunschspeise zeichnen."

The Big Draw ist eine internationale Aktion, die es sich zum Ziel gesetzt hat Menschen zum Malen und Zeichnen anzuregen. Im letzten Jahr habe ich mit einer Freundin aktiv teilgenommen; wir haben im Foyer der Gemäldegalerie unweit des Potsdamer Platzes Montagsmaler mit den Besuchern gespielt, was viel Spaß gemacht hat. Mal abgesehen von dem Schauer, der mir über den Rücken läuft, wenn ich daran denke mich spät Abends mit hunderten von Menschen durch überfüllte Museen zu zwängen, finde ich diese Aktion, sein Lieblingsessen mit Hilfe einer Künstlerin malen zu können, toll. Viel Spaß für alle die dorthin gehen.

Die Aktion findet am kommenden Samstag, den 30.01. ab 18:00 Uhr im Jüdischen Museum Berlin statt. Das Museum befindet sich hier.

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Ein Museumsbesuch zum Nachkochen: Kosher & Co. Über Essen und Religion

Im Jüdischen Museum Berlin kann man derzeit zwei Sonderaustellungen parallel zu der Dauerstellung in dem von Daniel Libeskind beeindruckenden Bau ansehen. Eine Sonderaustellung zeigt schwarz-weiß Fotografien von Künstlern des Blue Note Record Labels (u.a. Miles Davis, Herbie Hancock, etc.), dazu hört man wahlweise mit einem geliehen Audioguide auch die entsprechenden Musikstücke der einzelnen Künstler. Die zweite Sonderaustellung "Koscher & Co. Über Essen und Religion" leitet sehr anschaulich her, warum in unterschiedlichen Religionen kosher gegessen wird. Im Judentum unterliegen diese Regeln der Kaschrut, dem jüdischen Speisegesetz. Ich habe viele neue Dinge erfahren, u.a. dass nicht nur die Nahrung kosher sein muss, sondern auch die Töpfe und Schüsseln in denen das Essen zubereitet und serviert wird. So darf man kein Fleisch in einer Pfanne braten, in der vorher z.B. eine Sahnesoße zubereitet wurde. Milch und Fleisch darf nach den Regeln der Kaschrut nicht gemeinsam verzehrt werden. Über alte Ausstellungstücke, Spiele und gefilmte Interviews von Menschen, die sich heute nach dem Speisegesetz (versuchen zu) richten, lernt man hier in heller und offener Atmosphäre eine ganze Menge Dinge dazu - so ging es zumindest mir.

Schön finde ich die Idee der Ausstellungsinitiatoren, den Museumsbesuch mit nach Hause nehmen zu können: Man bekommt am Eingang einen Plastiklöffel mit einem Code darauf. In jedem Ausstellungsraum ist ein Teller auf den man den Löffel kurz legt, woraufhin der Teller kurz leuchtet. Den Code vom Löffel gibt man zu Hause auf einer Website ein und bekommt dann für jeden berührten Teller ein Rezeptvorschlag den man zu Hause nachkochen kann.

Die Ausstellung kann man noch bis zum 28.02.2010 besuchen. Alle weiteren Informationen findet Ihr hier: www.jmberlin.de

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Albrechts Patisserie am Winterfeldmarkt in Berlin

Vor ein paar Monaten habe ich in der Nähe des Winterfeldtmarktes in Berlin Albrechts Patisserie entdeckt. Dort bekommt man kleine feine Törtchen, Tartes und Baisers. Guten Kaffee und neben ein paar anderen Leckereien, hervorragende Zimtschnecken und Croissants. Mein Favorit: Der Chocolate Dome, ein Schokoladen-Geschmacks-Erlebnis. Es gibt inzwischen in Berlin drei Läden (Schöneberg, Charlottenburg und Prenzlauer Berg):


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Stephanie Albrecht, die verantwortlich für die Leckereien ist, hat das süße Handwerk in Deutschland, der Schweiz und Paris gelernt. Ich habe zwar noch nie eine Ihrer Hochzeitstortenkreationen ausprobiert, aber die Fotos sehen SEHR lecker aus. Im iPhone Werbespot ist die Patisserie, vielmehr die Webseite, auch schon zu Ehren bekommen. Sowas passiert wohl, wenn man sich damit auch viel Mühe gibt.

Hier sind noch ein paar Fotos von heute Vormittag vom Laden. An einem solchen wunderschönen Herbsttag, gibt es wohl kaum einen besseren Ort für einen Kaffee und ein süßes Frühstück...

               
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Der Blutwurstritter in Berlin-Neukölln

Den Tipp habe ich von einer Freundin vor einem Jahr bekommen: "Für Fleisch und Wurst fährste zur Blutwurstmanufaktur."  Recht hat sie, das mache ich nämlich seitdem ich einmal dort war. Hier wird mitten in Neukölln mit Berliner Schnauze und Liebe alles von Hand gemacht und verkauft. Neben der leckeren Blutwurst, gibt es hervorragendes Lammfleisch, extrem leckere Schweinskopfsülze und einige dutzend selbstgemachte Wurstsorten. Empfehlen kann ich auch den warmen Schweinebraten. Einfach das Brötchen um die Ecke kaufen, den Scheinebraten drauflegen lassen und sofort verputzen. Marcus Benser, der seit Mitte der Neunziger verantwortlich ist, wurde genau wie Paul Bocuse von der "Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin" zum Ritter geschlagen. Im Klartext: Der Mann versteht sein Handwerk.

Der Laden liegt am Karl Marx Platz 9 in Neukölln und draussen steht deutlich dran was es für ein Laden ist: Fleischerei.


     
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