Pranzo die Ferragosto ...im März schon auf den Sommer freuen.

Einen Film, den ich im letzten Jahr im Kino gesehen habe und dann sofort auf DVD haben musste, ist "Pranzo Di Ferragosto - Ein Festmahl im August". Gianni di Gregorio, gibt mit rund 60 Jahren sein Regie-Debut und übernimmt die Hauptrolle gleich mit. Sehr passend, denn wie auch der Hauptcharakter Gianni, lebte di Gregorio selber auch im wahren Leben mit seiner verwitweten Mama lange zusammen, was dem Fim ein wenig autobiographische Würze verleiht ohne sentimental zu werden.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Gianni ist abgebrannt und spült den Frust darüber gerne hinunter. Miete, Arztrechnungen und andere Verbindlichkeiten türmen sich. Kurzentschlossen nimmt Gianni während des Ferragosto ein paar ältere Damen auf, die zugleich Mütter und Verwandte seiner Gläubiger sind. Giovanni werden dadurch ein paar Dinge rein finanzieller Natur vereinfacht. Die Tage mit den Damen entpuppen sich durch deren Eigenheiten, charmanten Macken und dem Stolz italienischer Frauen als nicht ganz einfach für Gianni, aber für den Betrachter dennoch sehr unterhaltsam. Seht selber:

Ich mag den Film deswegen so gerne, weil er mit wenigen Worten von noch weniger Schauspielern auskommt. Zumeist sind es Laien, die Gianni di Gregorio versammelt hat, was dem ganzen Film noch mehr Charme verleiht, als die Kulisse einer sehr alten, teilweise renovierungbedürftigen römischen Wohnung und der fast menschenleeren Stadt, in welcher Gianni sich bewegt.

Ich schreibe jetzt über diesen Film, weil Ferragosto im August ist. Der Feiertag, der in Italien den heißesten Tag des Jahres beschreibt und um welchen herum die Italiener oft den Sommerurlaub planen. Ich habe durch die Sonne, die heute durch die Fenster in die Wohnung scheint, einfach Lust mir den August vorzustellen, kurze Hosen und Flip Flops auszupacken und an den Sommer zu denken. Das schafft der Film: Ein gute Stunde macht man sehr unaufgeregte Sommerferien in Italien.

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Posted 2 days ago

Kinotipp: Warum "Soul Kitchen" gerade jetzt ein guter Kinofilm ist

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist jedes Jahr wieder eine merkwürdig leere Zeit. Man kann nach Weihnachten die Wochentage nicht mehr benennen, denn die Zeitrechnung ist: Noch X Tage bis Silvester. Und Silvester "ist ja auch irgendwie nicht mehr so wichtig und eigentlich ein Abend wie jeder andere im Jahr", wenn man sich so umhört. Um diese dadurch nicht ganz zu definierende Zeit zu füllen ist ein Kinofilm zum Zeitvertreib eine gute Sache. Soul Kitchen erzählt die Geschichte des Restaurantbetreibers Zinos in Hamburg. Vom Pech verfolgt verlässt Ihn seine Freundin, wird er krank und der neue Küchenchef ist ein Irrer, der wegen seiner exzentrischen Wutanfälle in einem Sterne-Restaurant eben dort seinen Job verlor. Sein Bruder wird gespielt von Moritz Bleibtreu, ist Freigänger aus dem Knast und gibt dem Chaos das I-Pünktchen, als er im Soul Kitchen auftaucht. Zeitsprung ans Ende. Das Soul Kitchen hat neu eröffnet und Zinos feiert dort Weihnachten zu zweit, happily ever after... Dazwischen passieren viel lustige, traurige und skurrile Dinge, die Fatih Akin besser im Film umgesetzt hat, als ich Sie erklären könnte. Ein Trailer:

Der Film ist so etwas  wie ein Hamburger Heimatfilm mit Bildern, die man aus Shaft kennt, gespickt mit wunderbaren Gastauftritten von u.a. Peter Lohmeyer, Jan Fedder, Monica Bleibtreu und Udo Kier. Wirklich gut wird Soul Kitchen nicht durch tolle Küchenbilder oder schönen Tellern mit unfassbar lecker aussehenden Dingen darauf, die gibt es nämlich nicht, sondern durch die Musik. Curtis Mayfield, Jan Delay, Quincy Jones, Steve Baker, Hans Albers und Ruth Brown sind neben einigen anderen Musiker-Größen perfekt eingesetzt und geben den Bildern nicht nur Begleitung, sondern oft erst die Wirkung, die erzielt werden soll. Hier kann man in den Soundtrack reinhören.

Ein sehenswerter Film, der nichts für Menschen ist, die wie in Ratatouille oder Julie & Julia Geschichten aus der Küche und um das Kochen erwarten, aber ein Film für Leute, die eine interessante Geschichte sehr gut erzählt haben wollen, die einen manchmal zum Lachen bringt und die Zeit zwischen den Jahren mit ein bisschen Leben füllt. Welcher Wochentag dann ist, weiss man hinterher trotzdem nicht; aber in 4 Tagen ist Silvester.

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Posted 2 months ago