Italien Vegetarisch – basta

Wenn du zweimal hintereinander von jemandem etwas angekündigt bekommst und die Erwartungen deutlich übertroffen werden, dann ist die dritte Ankündigung ein Versprechen. Die Reihe der vegetarischen Schätze aus Österreich, Deutschland und Italien funktionieren genau so. Katharina Seiser hat mit Österreich Vegetarisch eine Reihe an Kochbüchern ins Leben gerufen, die vergangenes Jahr mit Deutschland Vegetarisch und nun seit ein paar Tagen mit Italien Vegetarisch als hoffentlich nur erste drei im Handel käuflich zu erwerben ist. Für den österreichischen Band stand Meinrad Neunkirchner zur Seite, für den deutschen Stevan Paul und für den italienischen Claudio del Principe.

Italienisch Vegetarisch - Das Kochbuch

Vegetarisch ist in allen Büchern von Katharina weniger die Definition der Dinge, die man nicht essen darf, sondern sind tausend Scheinwerfer auf Nudeln, Obst, Brote, Suppen, Aufläufe, Eingelegtes, Reis, Kuchen, Gemüse und Desserts. Auf 257 Seiten gibt es ganze zwei Dinkelrezepte. Das gekörnte Klischee mit Wollpulliaroma im Bewusstsein aller Fleischfresser. Darauf wird komplett verzichtet. Es geht um Vielfalt, Einzigartigkeit und die Besonderheiten der Landesküchen. Kein Burger aus Sojadings und kein Steak aus Ersatzbums.

Jedes Buch hat diese Linie und gleichzeitig die klare Handschrift der Autoren und des Landes. Das wird besonders bei Italien Vegetarisch deutlich. Ein Buch mit Haltung – basta! Das kann man auf jeder Seite zwei bis dreimal hinzufügen, weil es so oft mitklingt.

Ein italienisches Kochbuch mit nur einem Eisrezept? Natürlich. Italiener machen Eis scheinbar nicht zu Hause. Nicht nur das. Sie gehen dafür sogar schick aus.

Man brezelt sich auf, flaniert auf dem Corso und geht gemeinsam in die Lieblings-Gelateria.

Solche Dinge traut sich ja niemand mehr zu sagen. Lassen Sie das mal einen Anwalt lesen – der fragt dazu nach Beweisen. Claudio nicht. Es gibt Dinge, die sind halt so.

Rotweinbirnen. Etwas vom Besten und Kultiviertesten, das man mit Birnen anstellen kann.

 

Wenn es so etwas wie ein Elixier der italienischen Küche gibt, dann ist es ohne Zweifel die Tomatensoße.

 

Nennen Sie es nicht Schokopudding. Auch nicht Schoko-Flan. Nennen Sie es Bonet, aber sprechen Sie es piemontesisch aus: „Bunè“.

Wer will da widersprechen?

Ich habe noch kein einziges Rezept aus Italien Vegetarisch gekocht, sondern lediglich rund 80 Post Its auf den Seiten verteilt mit denen ich erstmal anfangen möchte. Für diejenigen unter Euch denen es ebenso schwer fällt zwischen den Zeilen zu lesen wie mir: Kauft alle drei Bücher – basta.

Ich gehe jetzt Frühstück machen. Es gibt Frittata.

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