Bier in Deutschtown: Die Penn Brewery in Pittsburgh

Pennbrewery_pittsburgh

Pennbrewery in Pittsburgh, PA

Die Pennsylvania Brewing Company liegt im Norden Pittsburghs gegenüber der Geburtsstätte des bekanntesten Ketchups der Welt. Im Gegensatz zu den Heinz-Fabrikgebäuden in denen inwzischen vorwiegend Luxusapartments untergebracht sind, wird seit Mitte der 80er Jahre in den rot leuchtenden Backsteinhäusern der Penn Brewery wieder Bier hergestellt.

Es gab seit der Gründung zweier deutscher Einwanderer-Familien im deutschen Revolutionsjahr 1848 zwei Braupausen. Während der Prohibition und in den 50-70er Jahren. Seit 1986 wird wieder gebraut und seit einigen Jahren haben die Braumeister Andy, Nick und Rick das Zepter in der Hand. Nick hat mir vor einigen Stunden eine kleine Tour gegeben und mich in das Brauhaus und die Produktion blicken lassen.

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Danke für die Tour, Nick.

Im angeschlossenen Restaurant sind rund zehn Biere dauerhaft auf der Karte, dazu kommen saisonale Biere wie Maibock, Märzen und Oktoberfestbier. Das Lieblingsbier aller Brauer ist hier das St. Nikolaus Bock. Ein dunkles Bockbier mit 6,5 Vol.-% Alkohol. Mir lag das Indian Pale Ale, das kupferfarben im Glas leuchtet und kräftige Malzaromen mit ein paar angenehmen Säurespitzen verbindet.

Pennbrewery_weizen

Die Weizenkartons werden vorbereitet.

Die Brauerei hat eindeutig deutsche Wurzeln: Die Schalttafeln in der Produktionshalle sind deutsch beschriftet, man bezieht bis heute Hopfen auch aus der Hallertau in Bayern und Corey, einer der jetzigen Geschäftsführer deutet stolz auf die schwarz-weiß Bilder an der Wand, welche die Familien Eberhardt und Ober zeigen, ohne die es die Brauerei nicht geben würde.

Im 19. Jahrhundert gab es rund 50 Brauereien allein in Pittsburgh, was vor allem auf die polnischen und deutschen Einwanderer zurückzuführen ist. Heute sind es keine zehn mehr. Die Penn Brewery ist eine der letzten und wird ganz sicher bleiben, denn die Zutaten stimmen: Es wird mit viel Hinabe gearbeitet und man macht sich erst Gedanken um die Qualität, dann um die Expansion.

Pennbrew_pittsburgh

Grafik: Penn Brewery

Derzeit werden knapp 600 Kisten Bier pro Tag abgefüllt, was reicht um Bars und Restaurants in 12 US-Bundesstaaten zu beliefern. Die Produktionsoll auf keinen Fall aus Deutschtown - so wir die Northside von Pittsburgh genannt - ausgelagert werden; das wäre einfach nicht richtig. So einfach ist das.

Die PennBrewery ist auf Twitter und Facebook und wenn Ihr in der Gegend seit, dann lasst euch eine Tour geben und trinkt mit den Braumeistern. Die schmecken Aromen in Bier, die ich nie herausgefunden hätte. Cheers!

Danke auch an Sascha für den Tipp hier vorbeizuschauen.

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Foodblogger auf der Republica 2012

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Foodblogger-Panel, Republica 2012. Foto: Ariane Bille

Beim Foodblogger-Panel auf der Republica sprachen am Donnerstag nachmittag Vijay Sapre, Sebastian Dickhaut, Nicole Stich und Stevan Paul über Foodblogs in Deutschland. Moderiert wurde von der zauberhaften Ines Gutierrez, die ich leider nicht mehr kennengelernt habe.

Es war eine unaufgeregte Runde, die, je länger die Unterhaltung auf der Bühne weilte, immer relaxter wurde, Witze machte und wunderbar harmonierte.

Es wurde über die Rolle von Foodblogs gesprochen und wie in den Redaktionen von Kochbuchverlagen über Foodblogger nachgedacht wird. Werbung, das Urheberrecht und die spezielle Funktion von Kommentaren in Foodblogs.

Jeder einzelne dieser Punkte kann und hat in der Vergangenheit erhitzte Diskussionen mit dogmatisch vertretenen Standpunkten hervorgerufen. Hier nicht. Ich glaube weil jeder der Panel-Teilnehmer seit Jahren im Geschäft ist und sehr genau weiss, dass es nicht nur pechschwarz und strahlend weiß gibt.

Wer ein paar Minuten drüber nachdenkt, kann sich also vorstellen, dass es in Kochbuch-Redaktionen nicht nur flammende Befürworter von Foodblogs gibt, sondern auch Menschen, die diesen eher kritisch gegenüberstehen.

"Keine einzige Leser-Beschwerde wegen der Werbung in meinem Blog."

Das böse Wort Werbung wurde nur kurz diskustiert, bis auch hier eine wohltuende Ladung Common Sense einzug hielt. Wenn man wirbt, dann eben für Dinge, die man gut findet. Eine Klobrille spielt da kaum eine Rolle. Reisen und Kochbücher schon eher.

"Man stelle sich mal vor, man müsste für jede Bechamel was abdrücken.“

Über das Urheberrecht wurde geschmunzelt, denn kein Rezept ist urheberrechtlich geschützt. Man brauche keine Piratenpartei, um Rezepte ins Netz zu stellen, die dann kopiert, nachgekocht und weiterverbreitet werden. Das passiere seit Jahren schon von selber.

"Wenn meine Rezepte in Foodblogs auftauchen, sitze ich vor dem Rechner und grinse."

Die Kommentare in Foodblogs spielen eine besondere Rolle.

Sebastian diskutiert seit sehr lager Zeit über die Kräuter, die in die Frankfurter Grüne Soße kommen, wo es doch eigentlich nur "Wiese und Milch" sei.

Nicky berichtet über das positive Feedback, was Sie bekommt. Sie führt das darauf zurück, dass dies im englischen und amerikanischen sehr viel üblicher sei, als im deutschsprachigen Raum. Ich ergänze: Ihr Blog ist inhaltlich großartig und dazu wunderschön. Da kriegt man schonmal gutes Feedback.

Stevan freut sich nicht nur, wenn seine Rezepte an anderen Orten im Internet auftauchen, sondern auch, dass er durch die Kommentare in seinem eigenen Blog konstant dazulernt. Denn er kann gar nicht all das wissen, was seine Leser an gemeinsamen Inhalten zusammentragen.

Auf der Bühne wurde keine erhitze Diskussion geführt. Das kann daran liegen, dass die Teilnehmer sich seit einigen Jahren gut kennen und augenscheinlich schätzen. Aber auch als Fragen aus dem Publikum gestellt wurden, zu denen man durchaus unterschiedlich hätte Stellung beziehen können, gab es weitestgehend Konsens.

Ich hab das als sehr angenehm empfunden, da, wenn sich die Foodblogger soweit einig sind, mehr Zeit dafür verwendet werden kann kulinarische Geschichten zu schreiben, Rezepte auszuprobieren, wunderbare Fotos zu schiessen und all das im Blog zu teilen.

Zwei Dinge wünsche ich mir nach dem Panel sehr:

1. Noch mehr Öffentlichkeit für Foodblogger, da von fast allen wunderbare Arbeit geleistet wird und sie als ganzes und manchmal bereits auch im einzelnen ein wichtiges Medium in der kulinarischen Landschaft sind.

2. Mehr Menschen, die Ihren eigenen Foodblog schreiben. Ich will mehr lesen, mehr sehen und mehr Menschen kennenlernen, die sich mit Kulinarik auseinandersetzen. Und mit Ihnen essen.

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Sechs Restaurant-Tipps zur Republica 2012

Am Ende eines Republica-Tages immer die gleiche Szene vor den Türen: Dutzende hungrige Besucher tippen auf Ihren Smartphones auf der Suche nach einem anständigen Restaurant herum. Die allabendliche Frage stellt sich erneut: "Wo gehen wir essen?"

Die Tipps der Taxifahrer können unschlagbar großartig sein oder man wird zum billigsten Schnitzel der Stadt gefahren. Kann man machen. Oder man bucht einfach schon vor der Reise einen Tisch.

Hier sind sechs Restaurants, die zwei Kriterien erfüllen:

1. Keines ist weiter als 10 Minuten mit dem Taxi von der diesjährigen Republica entfernt. Oder zügig mit der U-Bahn erreichbar.

2. Ich habe in allen Restaurants schon häufig gern gegessen und empfehle sie daher auch euch.

Jaeger & Sammler
Ein wunderbares Restaurant mit deutsch-italienischer Küche und solider Weinauswahl. Rustikal-moderne Einrichtung. Sehr freundlicher Service und angenehme Atmosphäre - u.a. wegen eines deckenhohen Kochbuchregals inmitten des Gastraumes, frischen großen Blumen und vielen Kerzen.

Webseite http://www.jaegerundsammler-berlin.de/
Anfahrt http://g.co/maps/p62q9 (U7, Kleistpark)
Kontakt 030 - 700 94 084

Taverna Ousies
Quirliges griechisches Restaurnat, ggü. dem Jäger & Sammler. Laut, lecker und toll für große Gruppen, die sich den Tisch gern mit Schüsseln voller Kleinigkeiten vollstellen und jeder überall zugreift. Fragt bei der Reservierung ob ein Tisch im großen vorderen Raum frei ist - da ist richtig was los.

Webseite http://www.taverna-ousies.de/
Anfahrt http://g.co/maps/a2mpw (U7, Kleistpark)
Kontakt 030 - 216 79 57

La Vanderia Vecchia
Italiener mit wöchentlich wechselndem vorgegebenem Menu aus 9x Antipasti plus 3 weiteren Gängen in einem Hinterhof in Neuköln. Im Menupreis von 45 Euro ist pro Person eine halbe Flasche Wein. Der Espresso wird nach dem Essen an der Bar genommen. (Es gibt keine Alternative zum Menü.) Tolle Qualität, offene Küche und sehr liebevoll eingerichtet. Wie ein ehemalige Wäscherei eben...

Webseite http://www.lavanderiavecchia.de/
Anfahrt
http://g.co/maps/7mzmx (U8, Boddinstrasse)
Kontakt
030 - 627 221 52

Bebe Rebozo

Seit einigen Monaten hinter dem Hauptbahnhof in der Heidestrasse 54 gelegen. Austern, Ceviche, Steak und Creme Brulee. Mehr steht nicht auf der Karte, mehr braucht es nicht. Das Restaurant ist so neu und so unauffällig in einem alten Plattenbau, dass sogar die Taxifahrer staunen, wo man denn da aussteigen will. Die Qualität ist sensationell und der Besitzer liebt was er tut.

Webseite http://on.fb.me/IeFMqV (Facebook)
Anfahrt http://g.co/maps/a3c6m (U+S-Bahnen, Hauptbahnhof)
Kontakt
0172 - 311 55 77

La Bonne Franquette
Die klassische französiche Küche. Tolle Weinkarte und eine charmante Atmosphäre. Tische im hinteren Bereich des Restaurants sind irgendwie gemütlicher. Fragt bei der Reservierung danach.

Webseite http://www.labonnefranquette.de
Anfahrt
http://g.co/maps/s4gk8 (U6, Naturkundemuseum)
Kontakt
030 - 94 40 53 63

Zsa Zsa Burger
Die Alternative zu The Bird, wenn es um Burger in Berlin geht. Schick eingerichtet im Herzen von Schöneberg, bekommt man u.a Rindfleisch oder Lamm, verschiedene Soßen und tolle bereits vom Küchenchef zusammengestellte Burger. Mein Favorit: Rinderburger mit sautierten Champignons im Roggenbrötchen.

Webseite http://www.zsazsaburger.de/
Anfahrt
http://g.co/maps/8pz5t (U1 & U2, Nollendorfplatz)
Kontakt
030 - 21 913 470

Renger & Patzsch
Als "Storch" in den 90ern eine Institution in Berlin Schöneberg, eröffnet Oliver Schupp mit Küchenchef Hannes Behrmann das Restaurant vor ein paar Jahren erneut als Renger & Patzsch. Sie setzen dabei auf heimische regionale Küche auf top Niveau. Es gibt neben der regulären Karte immer ein Drei Gänge Menu inkl. Wein für knapp 40 Euro. Sehr sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Webseite http://www.renger-patzsch.com
Anfahrt http://g.co/maps/cgr9z (U7, Eisenacher Strasse)
Kontakt 030 - 784 20 59

Wenn jemand weitere Tipps hat: Gerne in die Kommentare damit.

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Foodcamp London

Die Tür zur Gangway war noch auf. Noch 50m bis meine Bordkarte gescannt werden würde und ich mit den anderen sechs Rennenden in Heathrow in den Flieger nach Berlin steigen würde. Wir hatten uns durch die Schlangen beim Check-In nach vorne gefragt, auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle von Gürtel, Schuhen und Kleingeld befreit, zur Passkontrolle das Sekundenlächeln aufgesetzt und sind dann mit den Füßen in der Hand zum Gate gehetzt.

All das, weil der Abflug verlegt wurde, die Bahn zwischen den Terminals nicht fuhr und wir uns nicht in ein Taxi setzten, sondern den Bus nahmen. 1 1/2 Stunden zum Boarding-Schluss sollten genügen - dachten wir.

Ich hatte nach unserer Odysee durch Terminals, Bushaltestellen und Flughafengänge noch mit viel gerechnet, aber nicht mit der kühlen Rationalität der britischen Lufthansa-Dame am Gate: 

"We just closed the gate. I am very sorry, Sir"
"But, but, we, the train, the terminal, we made it, right?"
"I'm afraid we already closed the gate, Sir."
"But, why, we are here, right? The train didn't come, the bus was stuck in traffic, the line at the security-check - we couldn't be here any earlier."
"That is very unfortunate, Sir."
"You are serious, aren't you?"
"I'm afraid I am, Sir. You have to buy a new ticket at the counter. Do you want me to show you the way, Sir?"
"No...thanks."

So ärgerlich, unnötig und teuer dieser verpasste Flug nach Hause für ein paar Minuten war, so wenig konnte er mir mein am Wochenende Erlebtes kaputt machen, denn ich hatte mich mit gut einem Dutzend Menschen durch London gegessen. Eine wunderbare Ausstellung von David Shrigley in der Hayward-Galerie gesehen und mir von Freunden London so zeigen lassen, wie ich es auf früheren Besuchen nie sehen konnte.

Die Young Turks, ehemalige Köche an den Herden von Heston Blumenthal und Rene Redzepi, bereiten derzeit Abend für Abend im ersten Stock des Ten Bells Pub ein paar hundert Teller zu. Eben dort haben wir unsere 24h Genuss auch begonnen. Freitag Abend um 19:00h wurden Drinks gereicht und die ersten Vorspeisenteller landeten auf einer großen Tafel über dem eigentlichen Restaurant. Man teilte sich Herzen, Bäckchen, Gans und etwas, dass ich immer noch nicht einordnen kann: Bloodcracker - mit Birne und Lardo.

Alle Fotos in diesem Beitrag kommen von Daniela, die es versteht mir auch im Nachhinein noch das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Danke Dir!

Duck Heart & Jerusalem Artichoke
Entenherzen

Blood Cracker, Pear & Lardo
Bloodcracker

Monkfish Cheek & Seaweed
Seeteufel-Bäckchen

Cured Goose
Geräucherte Gans

Es folgten sechs weitere fantastische Kreationen, von denen man nacheinander dachte: Jetzt kann es nicht besser werden. Es wurde. Immer. Besser.

Raw Angus, Oyster & Elderberry Capers
Angus, Austern und Holunderbeeren

Monk's Beard, Squid & Ink
Squid

Purple Sprouting Broccoli, Duck egg & Anchovy
Entenei, Anchovi-Creme, Broccoli

Cod Grilled Leek & Potato

Rhubarb & Buttermilk, to die for
Rhabarber & Buttermilch

Chocolate, Chicory & Coffee served with a 'Porter' Craft Beer from Kernel
SCHOKOLADENTRAUM & dunkles Kernel

Der nächste Tag war dominiert von zwei Märkten. Erster Stop: St. Maltby Lock In. Eigentlich die Lager der Markthändler des Borough-Market, haben diese hier in den Bögen unter der Bahn nahe der Towerbridge einen unaufgeregten Ort geschaffen, an dem es vor Delikatessen nur so wimmelt. Austern zum Katerfrühstück, geräucherter Lachs frisch von der Seite geschnitten, Kernel-Bier, was wir zuvor am Abend schon zur Nachspeise getrunken haben, Käse, Gemüse, Schinken... und und und. Unzählige Dinge, die ich beim nächsten Besuch weiter entdecken muss.

A wonderful stand at Maltby
So geht Schinken

Our little tasters.
Lachs

This one?
Käse probieren

The Kernel
GUTES Bier

Bogen 76 unter der Bahn wurde unsere kurzfristige Küche. Unter Österreichischer Gastgeberschaft kochten wir ein paar leichte Gänge (ja, genau...) in einer voll ausgestatteten Küche und schleppten uns danach kugelrund zum Brixton Market, lernten ein paar Dinge über Dumplings, vergnügten uns bei Karamel-Eis, ein paar Drinks und liessen den Abend in einem Pub ausklingen.

Am Sonntag hatte ich wohl die besten Führer Londons, die man sich so wünschen kann: X Jahre dort gelebt, ein nicht unerhebliches Interesse an Essen und großartigen Humor - sogar wenn es um Kunst geht. Ich kann seit diesem Tag behaupten ich mag jetzt einen Künstler: David Shrigley. Der Mann ist schlicht bekloppt, dreht in seinen Arbeiten ein bisschen an der Realität, nimmt sich und die Welt auf die Schippe und zeigt all das in der Ausstellung in der Hayward-Gallery (noch bis Mitte Mai). Danke für den Tag liebe Daniela und lieber Bernd. Das müssen wir mit ein bisschen mehr Zeit mal wiederholen!

Wer bei so einem Trip dabei sein will, muss sich bei Florian auf die Mailingliste setzen - es gibt regelmässig Updates zu neuen Touren. Im Herbst geht es ein paar Tage nach Marokko.

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Fundstück: Street Food Revolution

Bei Twitter entdeckt, bei "The Food People" im Original gepostet: Eine sehr schicke Infografik zu der Evolution von Streetfood.

Street_food_revolution
In Berlin kenne ich nicht viele Streetfood-Anbieter, würde aber gern ein paar originelle ausprobieren. Einen habe ich probiert: Tacos Berlin und für sehr lecker befunden. Der Tipp kam letztes Jahr von Cyrus Farivar, der mir nach seinem Vortrag auf der Republica davon erzählte.

Kennt Ihr weitere Foodtrucks in Berlin oder anderen Städten in Deustchland?

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Das RollinRestaurant war zu Gast im Naked Lunch

Vergangenen Samstag haben wir unser kleines Restaurant zum ersten mal in diesem Jahr wieder für 40 Menschen geöffnet. Danke an Torsten für das Vertrauen uns seine Küche und sein Restaurant für einen Tag zu überlassen. Alle Rezepte & die Fotos der Teller die wir serviert haben findet Ihr auf der Webseite des RollinRestaurant. Ein paar der Gäste findet ihr hier:

(download)
Wer beim nächsten mal dabei sein will, kann sich auf unserer Mailing-Liste eintragen. Schreibt uns einfach eine Email, dann bekommt Ihr rechtzeitig Bescheid wenn wir wieder öffnen. Alternativ kann man auch hier auf Gefällt mir drücken.

Noch ein Hinweis: In Köln hat am gleichen Abend eine ähnliche Veranstaltung stattgefunden. Nata, Marco und Torsten haben einen wunderbaren Abend organisiert. Alle drei habe ich vergangenes Jahr im Foodcamp im Cilento kennengelernt. Wir haben viel zu wenig Zeit miteinander verbracht, aber das wird ja vielleicht an einem gemeinsamen Abend in einem unserer Restaurants mal nachgeholt.

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Fundstück: EAT

Ich bin der festen Überzeugung, dass man sein Geld im Leben in zwei Dinge investieren sollte: Essen und Reisen. Gründe dafür gibt es tausende und ich habe noch keine zwei besseren Dinge gelesen oder gehört, die meine Meinung ändern.

Eben tauchte ein Video in meinem Facebook-Stream auf, das zu einer Reihe von Videos gehört, die Rick Mereki, Tim White und Andrew Lees auf einer Reise um die Welt produziert haben. 38.000 Meilen in 44 Tagen. Dabei haben Sie 11 Länder bereist und so einiges gegessen. In dem Film EAT steckt alles drin, was es über Essen und Reisen zu sagen gibt:

Man sieht es nicht unbedingt auf den ersten Blick, sondern erst wenn anfängt über die Details zu sprechen, die Teller und die Orte - dann ist man mittendrin in dem was ich meine...

Die beiden anderen Filme heissen MOVE und LEARN und sind ebenfalls sehenswert.

 

 

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Vorsätze revisited

Italien_mit_dem_bus

Ich habe vor 363 Tagen 10 Dinge aufgeschrieben, die ich in 2011 sehr gerne machen wollte. Die kurze Überprüfung zeigt ein durchwachsenes aber ganz zufriedenstellendes Ergebnis.

10. Zum Königinnentag nach Amsterdam. Das hat nicht geklappt; allerdings nur, weil ich nicht andauernd unterwegs sein kann und eine Reise zu einem Freund nach Irland schon lange ausstand. Die habe ich geschafft.

9. Öfter in großen Runden essen. Was soll ich sagen: Ich glaube ich habe 2011 ausschliessliech damit zugebracht mich mit Essen zu beschäftigen und es gab unzählige Runden mit fantastischen Menschen.

8. Der Besuch in Ohio: 15 Jahre High-School Re-Union. Keine Chance; hatte mieses Timing.

7. Ich will nicht aufhören zu rauchen. Ääääh, läuft.

6. Besser Essen. Das hat so halb geklappt. Man findet mich immer noch an Curry-Wurst-Buden, Döner-Ständen und auch hin und wieder bei den beiden Fastfood-Ketten. Was immer besser klappt ist das Essen zu Hause. Es gibt kaum noch Fleisch und Fisch, von dem ich nicht weiß, dass Massentierhaltung im Spiel war. Ich kaufe so nah beim Erzeuger wie irgendwie möglich und auch in Restaurants erkundige ich mich deutlich öfter nach der Herkunft. Es gibt Luft nach oben, aber der Weg ist der richtige. Das führt zu deutlich besserem Essen.

5. Ich will nicht mehr Sport machen. Hat geklappt. Allerdings habe ich viel weniger gemacht, als die vergangenen Jahre. Bin ich nicht stolz drauf - nur meine Waage, die freut sich über den Fortschritt.

4. Eigene Veranstaltungen organisieren mit Kochen und Menschen und... Dank Björn und Paule gibt es uns drei nun als RollinRestaurant. Das ist sicher eines der großartigsten Abenteuer, die ich in meinem Leben machen darf. Wir organisieren Abende, an denen 40 Menschen zusammenkommen, Essen und Getränke geniessen, sich austauschen und dankbare Gäste sind. Die Atmosphäre war bisher immer fantastisch und wir lieben uns er kleines Baby sehr.

Unser Freund Michael hat in einem Beitrag mal einen Slogan für unser kleines Restaurant kreiert, was die Idee auf den Punkt bringt:  

"Come to place you don't know, to eat food you haven't ordered with people you have never seen before."

Kommt vorbei, es macht einen Riesenspaß!

3. Ich will erstmal nicht mehr nach Asien verreisen. Irland, Österreich, Italien, Allgäu. Europa ist schön und hat eine Menge zu bieten: Austern in Irland, süffiges Bier auf dem Berg in Österreich, ein unvergessliches Foodcamp in Italien und einen neuen Lieferanten für Käse habe ich seit ein paar Tagen auch - dank einem Kurztrip ins Allgäu.

2. Zum Foodcamp in Cilento. DAS WAR SENSATIONELL - alles zum Foodcamp findet Ihr gesammelt bei Don Floriano. Danke an den Bus (siehe Bild oben), der uns über 3.000 km durch Deutschland, Österreich und Italien gebracht hat und Danke an Trufa-Flo, den ich jedem Menschen als Reisebegleiter empfehle. Der Kerl fährt einige hundert km mit einem quer durch Italien, weil man sein Steak bei einem ganz bestimmten Metzger kaufen will. Unbezahlbar! Als wir da waren, wusste er warum...

1. Drei von den genannten Dingen tatsächlich hinbekommen, ich wäre begeistert. Ich bin begeistert. Das Jahr hat viel mehr geboten, als ich erwartet hatte. Eine Freundin fragte gestern auf Facebook: "if you had to describe 2011 in one word, what would it be? and in one word, what is your wish for 2012?"

Meine Antwort: "sensational, continue."

 

Ein paar Eindrücke:

Fruhstuck_in_sienna
Sehr frühes Frühstück auf dem Piazza del Campo.

Austern_satt

Austern und Guinness in Galway.

Squid_fischen_sudlich_von_amalfi

Squid fischen südlich der Amalfiküste

Uber_den_wolken

Über den Wolken bei Kufstein.

Dario_cecchini

In den heiligen Hallen von Dario Cecchini.

Rollinrestaurant_crew

Danke Männer, dank euch gibt es das RollinRestaurant.

Dieses Jahr gibt es auch eine ganze Reihe an Themen auf die ich Lust habe, aber ich spare mir den Ausblick fürs Erste. Ich muss noch ein bisschen sortieren und vielleicht schreibe ich die Dinge dann auch hier nieder. Der Dank gilt für die kommenden Wochen den Menschen, die das Jahr 2011 für mich so großartig gemacht haben.

 

Foodcamp Cilento: 50 konfierte Eigelbe, gefüllter Schweinebraten und eine Pasta-Party

Der 30 Jahre alte VW-Bus fliegt mit berauschenden 45 km/h bei knapp 30 Grad die Strasse von Bagnoli Irpino in den Bergen zurück nach San Marco di Castellabate zurück. Er scheint ähnlich beflügelt wie die fünf Männer, die gerade ein once-in-a-lifetime Erlebins hinter sich gebracht haben.

Am Abend zuvor fanden sich beim Abendessen des Foodcamps im Cilento Knut aus Flensburg, Wolfgang aus Hamburg, dazu Benni, Florian und ich aus Berlin zusammen, um am folgenden Tag gemeinsam Trüffel kaufen zu gehen.

Florian Siepert, Organisator und ab sofort nur noch als Don Sieperto anzusprechen, stattete uns nicht nur mit 200 Euro aus, sondern auch mit dem Hinweis, dass man Trüffel nicht im Geschäft kaufen wird, sondern man sich an der Piazza umhören solle. Was sich anhört wie ein Drogendeal, sollte sich später auch in der Ausführung so zutragen.

Auf dem Weg in die Berge stellten wir fest, dass noch nie jemand von uns Trüffel gekauft hat, ich lediglich eine ungefähre Vorstellung davon hatte wie die Knollen riechen und aussehen sollten, wenn die Qualität stimmte. Aber ich war mir auch sicher, dass ich es wohl nicht merken würde, wenn die Pilze mit Trüffelöl eingerieben worden wären um den Duft zu verstärken. Hinzu kam ein nicht unwesentlicher Punkt: „Was heißt eigentlich Trüffel auf italienisch?“

Knut verkauft Schweinestall-Anlagen und ich Hörbücher, Wolfgang hat eine Softwarefirma, Benni arbeitet bei MTV und Florian baut Apps für clevere Telefone. Nicht die besten Vorraussetzungen, wenn man in einem fremden Land um ein Produkt verhandeln will, dessen Namen man nicht kennt.

Florian, der einzige an Bord des Busses, der italienisch spricht, war sich seiner Sache aber recht schnell sicher und wir begannen die Suche nach „Truffalo“ - so musste das einfach heißen, wir waren alle überzeugt. Sprachlose alte Männer, laute Zusicherungen, dass es so etwas in der Region nicht geben würde und die Sicherheit, dass wir hier etwas sehr Falsches tun begleiteten uns einige Zeit. Tartufo wurde erst durch den Blick ins iPhone gefunden. Der geneigte Leser sieht schnell: Wir waren eine Truppe voller Spezialisten.

Nach zweistündiger Fahrt kamen wir an und sprachen nach einem schnellen Cafe in der einzigen Bar an der Piazza den vorfahrenden Postboten an. Der musste wissen, wo es Truffalo gibt. Es dauerte keine 20 Sekunden und Florian hatte zwei neue Freunde. Den Postboten des Dorfes und einen Typen, dessen Namen wir nie erfahren sollten. In Jogginghose, kariertem Hemd und dem Gesichtsausdruck eines Gebrauchtwagenhändlers zieht er uns am Postauto das Geld aus der Tasche:

„Tartufo? Wie viel habt Ihr denn?“
„So 200 Euro.“
„Wie viel wollt ihr denn?“
„Na ja, so 500 gr, hmm, also vielleicht lieber 700 gr?“
„Ich komme in 10 Minuten mit einem Kilo wieder. Wartet hier.“
„Wow, super! Kann einer von uns mitkommen? Wir sind total interessiert und würden das alles gern mal sehen. Wo der Truffalo herkommt, wie er gelagert wird und so. Wir sind wahnsinnig gespannt. Geht das? Bitte?“

Mit verstörtem und fragendem Gesichtsausdruck geht er nicht auf Florians Frage ein, sondern wiederholt sich, während er abwinkt und zum Auto geht:

„Wartet hier. 10 Minuten.“

Sollten wir tatsächlich gerade ein Kilo schwarzen Trüffel vom Kumpel des Postboten bekommen haben? Das wäre das Doppelte von dem was wir mit 200 Euro bekommen sollten. Abwarten, Eis essen, den Barmann nach dem üblichen Kilopreis fragen und feststellen, dass wir deutlich über Marktpreis bezahlen würden und gespannt sein ob der Jogginghosen-Mann überhaupt wiederkommt. Er kam. Grinsend mit einer Tüte voller schwarzer Truffalo-Knollen fuhr er in seinem Fiat vor. Wohlriechend, fest, frisch wurden uns die Knollen durchs Fenster gegen Bares herausgereicht.

„Es sind 1 1/2 Kilo Männer. Amici-Amici-Preis.“
„Äh, echt? Wahnsinn! Danke.“

Ziemlich baff von der Freundlichkeit des Jogginghosen-Manns, skeptisch, ob wir vielleicht über den Tisch gezogen worden sind und aufgeregt wie kleine Kinder stieg die Reisegruppe Truffalo wieder in den Bus heimwärts.

Wir hatten weit mehr besorgt, als wir sollten, fühlten uns wie ziemlich böse Gangster und wussten, egal ob der Truffalo gut oder nicht gut ist: Zwei Stunden Fahrt in die Berge, 15 Minuten für einen 200 Euro Deal und zwei Stunden zurück ins Hotel sind eine Geschichte, die wir alle nie wieder vergessen sollten.

Truffel
1,5 kg Trüffel...

Stevan
wusch die Trüffel und stellte fest, dass sie noch immer gut rochen. Wir wurden nicht übers Ohr gehauen, zahlten lediglich ein wenig mehr, als zu dieser Jahreszeit üblich.

Den Trüffel haben wir in drei Gerichte verarbeitet. Florian machte konfierte Eigelb mit Salz und reichlich Trüffel drauf.

Eigelbe
50 Eigelbe schwimmen in Olivenöl und kommen bei 63 Grad aus dem Ofen auf den Teller.

Stevan füllte 5 Kilo Fleisch vom Schwein und zur Pasta-Party auf dem Dach des Hotel Antoinette gab es zu einem der 8 Gänge natürlich eine Pasta mit maßlos viel Trüffel.

Schweinbraten mit Kräutern, Trüffeln, Pinienkernen
Foto: Stevan Paul
Schweinebraten mit Kräutern und Trüffeln.

Was übrig blieb, und das war eine Menge, wurde unter den Teilnehmern verteilt oder zu Öl verarbeitet.

Natalie und Stevan haben ihre Geschichten zum Foodcamp auch bereits in Wort und Bild online gestellt. Viel Spaß beim lesen und entdecken neuer Berichte: Das Lesen jeder einzelnen wird sich lohnen.

Das waren Tage voller toller Menschen, fantastischem Essen, nicht aufhörendem Lachen und Momenten, die wir alle nicht vergessen werden.

In diesem Sinne: Tri Tra Truffalo... 

UPDATE: Florian sammelt hier alle Beiträge zum Foodcamp.

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