Das RollinRestaurant war zu Gast im Naked Lunch

Vergangenen Samstag haben wir unser kleines Restaurant zum ersten mal in diesem Jahr wieder für 40 Menschen geöffnet. Danke an Torsten für das Vertrauen uns seine Küche und sein Restaurant für einen Tag zu überlassen. Alle Rezepte & die Fotos der Teller die wir serviert haben findet Ihr auf der Webseite des RollinRestaurant. Ein paar der Gäste findet ihr hier:

(download)
Wer beim nächsten mal dabei sein will, kann sich auf unserer Mailing-Liste eintragen. Schreibt uns einfach eine Email, dann bekommt Ihr rechtzeitig Bescheid wenn wir wieder öffnen. Alternativ kann man auch hier auf Gefällt mir drücken.

Noch ein Hinweis: In Köln hat am gleichen Abend eine ähnliche Veranstaltung stattgefunden. Nata, Marco und Torsten haben einen wunderbaren Abend organisiert. Alle drei habe ich vergangenes Jahr im Foodcamp im Cilento kennengelernt. Wir haben viel zu wenig Zeit miteinander verbracht, aber das wird ja vielleicht an einem gemeinsamen Abend in einem unserer Restaurants mal nachgeholt.

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Fundstück: EAT

Ich bin der festen Überzeugung, dass man sein Geld im Leben in zwei Dinge investieren sollte: Essen und Reisen. Gründe dafür gibt es tausende und ich habe noch keine zwei besseren Dinge gelesen oder gehört, die meine Meinung ändern.

Eben tauchte ein Video in meinem Facebook-Stream auf, das zu einer Reihe von Videos gehört, die Rick Mereki, Tim White und Andrew Lees auf einer Reise um die Welt produziert haben. 38.000 Meilen in 44 Tagen. Dabei haben Sie 11 Länder bereist und so einiges gegessen. In dem Film EAT steckt alles drin, was es über Essen und Reisen zu sagen gibt:

Man sieht es nicht unbedingt auf den ersten Blick, sondern erst wenn anfängt über die Details zu sprechen, die Teller und die Orte - dann ist man mittendrin in dem was ich meine...

Die beiden anderen Filme heissen MOVE und LEARN und sind ebenfalls sehenswert.

 

 

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Vorsätze revisited

Italien_mit_dem_bus

Ich habe vor 363 Tagen 10 Dinge aufgeschrieben, die ich in 2011 sehr gerne machen wollte. Die kurze Überprüfung zeigt ein durchwachsenes aber ganz zufriedenstellendes Ergebnis.

10. Zum Königinnentag nach Amsterdam. Das hat nicht geklappt; allerdings nur, weil ich nicht andauernd unterwegs sein kann und eine Reise zu einem Freund nach Irland schon lange ausstand. Die habe ich geschafft.

9. Öfter in großen Runden essen. Was soll ich sagen: Ich glaube ich habe 2011 ausschliessliech damit zugebracht mich mit Essen zu beschäftigen und es gab unzählige Runden mit fantastischen Menschen.

8. Der Besuch in Ohio: 15 Jahre High-School Re-Union. Keine Chance; hatte mieses Timing.

7. Ich will nicht aufhören zu rauchen. Ääääh, läuft.

6. Besser Essen. Das hat so halb geklappt. Man findet mich immer noch an Curry-Wurst-Buden, Döner-Ständen und auch hin und wieder bei den beiden Fastfood-Ketten. Was immer besser klappt ist das Essen zu Hause. Es gibt kaum noch Fleisch und Fisch, von dem ich nicht weiß, dass Massentierhaltung im Spiel war. Ich kaufe so nah beim Erzeuger wie irgendwie möglich und auch in Restaurants erkundige ich mich deutlich öfter nach der Herkunft. Es gibt Luft nach oben, aber der Weg ist der richtige. Das führt zu deutlich besserem Essen.

5. Ich will nicht mehr Sport machen. Hat geklappt. Allerdings habe ich viel weniger gemacht, als die vergangenen Jahre. Bin ich nicht stolz drauf - nur meine Waage, die freut sich über den Fortschritt.

4. Eigene Veranstaltungen organisieren mit Kochen und Menschen und... Dank Björn und Paule gibt es uns drei nun als RollinRestaurant. Das ist sicher eines der großartigsten Abenteuer, die ich in meinem Leben machen darf. Wir organisieren Abende, an denen 40 Menschen zusammenkommen, Essen und Getränke geniessen, sich austauschen und dankbare Gäste sind. Die Atmosphäre war bisher immer fantastisch und wir lieben uns er kleines Baby sehr.

Unser Freund Michael hat in einem Beitrag mal einen Slogan für unser kleines Restaurant kreiert, was die Idee auf den Punkt bringt:  

"Come to place you don't know, to eat food you haven't ordered with people you have never seen before."

Kommt vorbei, es macht einen Riesenspaß!

3. Ich will erstmal nicht mehr nach Asien verreisen. Irland, Österreich, Italien, Allgäu. Europa ist schön und hat eine Menge zu bieten: Austern in Irland, süffiges Bier auf dem Berg in Österreich, ein unvergessliches Foodcamp in Italien und einen neuen Lieferanten für Käse habe ich seit ein paar Tagen auch - dank einem Kurztrip ins Allgäu.

2. Zum Foodcamp in Cilento. DAS WAR SENSATIONELL - alles zum Foodcamp findet Ihr gesammelt bei Don Floriano. Danke an den Bus (siehe Bild oben), der uns über 3.000 km durch Deutschland, Österreich und Italien gebracht hat und Danke an Trufa-Flo, den ich jedem Menschen als Reisebegleiter empfehle. Der Kerl fährt einige hundert km mit einem quer durch Italien, weil man sein Steak bei einem ganz bestimmten Metzger kaufen will. Unbezahlbar! Als wir da waren, wusste er warum...

1. Drei von den genannten Dingen tatsächlich hinbekommen, ich wäre begeistert. Ich bin begeistert. Das Jahr hat viel mehr geboten, als ich erwartet hatte. Eine Freundin fragte gestern auf Facebook: "if you had to describe 2011 in one word, what would it be? and in one word, what is your wish for 2012?"

Meine Antwort: "sensational, continue."

 

Ein paar Eindrücke:

Fruhstuck_in_sienna
Sehr frühes Frühstück auf dem Piazza del Campo.

Austern_satt

Austern und Guinness in Galway.

Squid_fischen_sudlich_von_amalfi

Squid fischen südlich der Amalfiküste

Uber_den_wolken

Über den Wolken bei Kufstein.

Dario_cecchini

In den heiligen Hallen von Dario Cecchini.

Rollinrestaurant_crew

Danke Männer, dank euch gibt es das RollinRestaurant.

Dieses Jahr gibt es auch eine ganze Reihe an Themen auf die ich Lust habe, aber ich spare mir den Ausblick fürs Erste. Ich muss noch ein bisschen sortieren und vielleicht schreibe ich die Dinge dann auch hier nieder. Der Dank gilt für die kommenden Wochen den Menschen, die das Jahr 2011 für mich so großartig gemacht haben.

 

Foodcamp Cilento: 50 konfierte Eigelbe, gefüllter Schweinebraten und eine Pasta-Party

Der 30 Jahre alte VW-Bus fliegt mit berauschenden 45 km/h bei knapp 30 Grad die Strasse von Bagnoli Irpino in den Bergen zurück nach San Marco di Castellabate zurück. Er scheint ähnlich beflügelt wie die fünf Männer, die gerade ein once-in-a-lifetime Erlebins hinter sich gebracht haben.

Am Abend zuvor fanden sich beim Abendessen des Foodcamps im Cilento Knut aus Flensburg, Wolfgang aus Hamburg, dazu Benni, Florian und ich aus Berlin zusammen, um am folgenden Tag gemeinsam Trüffel kaufen zu gehen.

Florian Siepert, Organisator und ab sofort nur noch als Don Sieperto anzusprechen, stattete uns nicht nur mit 200 Euro aus, sondern auch mit dem Hinweis, dass man Trüffel nicht im Geschäft kaufen wird, sondern man sich an der Piazza umhören solle. Was sich anhört wie ein Drogendeal, sollte sich später auch in der Ausführung so zutragen.

Auf dem Weg in die Berge stellten wir fest, dass noch nie jemand von uns Trüffel gekauft hat, ich lediglich eine ungefähre Vorstellung davon hatte wie die Knollen riechen und aussehen sollten, wenn die Qualität stimmte. Aber ich war mir auch sicher, dass ich es wohl nicht merken würde, wenn die Pilze mit Trüffelöl eingerieben worden wären um den Duft zu verstärken. Hinzu kam ein nicht unwesentlicher Punkt: „Was heißt eigentlich Trüffel auf italienisch?“

Knut verkauft Schweinestall-Anlagen und ich Hörbücher, Wolfgang hat eine Softwarefirma, Benni arbeitet bei MTV und Florian baut Apps für clevere Telefone. Nicht die besten Vorraussetzungen, wenn man in einem fremden Land um ein Produkt verhandeln will, dessen Namen man nicht kennt.

Florian, der einzige an Bord des Busses, der italienisch spricht, war sich seiner Sache aber recht schnell sicher und wir begannen die Suche nach „Truffalo“ - so musste das einfach heißen, wir waren alle überzeugt. Sprachlose alte Männer, laute Zusicherungen, dass es so etwas in der Region nicht geben würde und die Sicherheit, dass wir hier etwas sehr Falsches tun begleiteten uns einige Zeit. Tartufo wurde erst durch den Blick ins iPhone gefunden. Der geneigte Leser sieht schnell: Wir waren eine Truppe voller Spezialisten.

Nach zweistündiger Fahrt kamen wir an und sprachen nach einem schnellen Cafe in der einzigen Bar an der Piazza den vorfahrenden Postboten an. Der musste wissen, wo es Truffalo gibt. Es dauerte keine 20 Sekunden und Florian hatte zwei neue Freunde. Den Postboten des Dorfes und einen Typen, dessen Namen wir nie erfahren sollten. In Jogginghose, kariertem Hemd und dem Gesichtsausdruck eines Gebrauchtwagenhändlers zieht er uns am Postauto das Geld aus der Tasche:

„Tartufo? Wie viel habt Ihr denn?“
„So 200 Euro.“
„Wie viel wollt ihr denn?“
„Na ja, so 500 gr, hmm, also vielleicht lieber 700 gr?“
„Ich komme in 10 Minuten mit einem Kilo wieder. Wartet hier.“
„Wow, super! Kann einer von uns mitkommen? Wir sind total interessiert und würden das alles gern mal sehen. Wo der Truffalo herkommt, wie er gelagert wird und so. Wir sind wahnsinnig gespannt. Geht das? Bitte?“

Mit verstörtem und fragendem Gesichtsausdruck geht er nicht auf Florians Frage ein, sondern wiederholt sich, während er abwinkt und zum Auto geht:

„Wartet hier. 10 Minuten.“

Sollten wir tatsächlich gerade ein Kilo schwarzen Trüffel vom Kumpel des Postboten bekommen haben? Das wäre das Doppelte von dem was wir mit 200 Euro bekommen sollten. Abwarten, Eis essen, den Barmann nach dem üblichen Kilopreis fragen und feststellen, dass wir deutlich über Marktpreis bezahlen würden und gespannt sein ob der Jogginghosen-Mann überhaupt wiederkommt. Er kam. Grinsend mit einer Tüte voller schwarzer Truffalo-Knollen fuhr er in seinem Fiat vor. Wohlriechend, fest, frisch wurden uns die Knollen durchs Fenster gegen Bares herausgereicht.

„Es sind 1 1/2 Kilo Männer. Amici-Amici-Preis.“
„Äh, echt? Wahnsinn! Danke.“

Ziemlich baff von der Freundlichkeit des Jogginghosen-Manns, skeptisch, ob wir vielleicht über den Tisch gezogen worden sind und aufgeregt wie kleine Kinder stieg die Reisegruppe Truffalo wieder in den Bus heimwärts.

Wir hatten weit mehr besorgt, als wir sollten, fühlten uns wie ziemlich böse Gangster und wussten, egal ob der Truffalo gut oder nicht gut ist: Zwei Stunden Fahrt in die Berge, 15 Minuten für einen 200 Euro Deal und zwei Stunden zurück ins Hotel sind eine Geschichte, die wir alle nie wieder vergessen sollten.

Truffel
1,5 kg Trüffel...

Stevan
wusch die Trüffel und stellte fest, dass sie noch immer gut rochen. Wir wurden nicht übers Ohr gehauen, zahlten lediglich ein wenig mehr, als zu dieser Jahreszeit üblich.

Den Trüffel haben wir in drei Gerichte verarbeitet. Florian machte konfierte Eigelb mit Salz und reichlich Trüffel drauf.

Eigelbe
50 Eigelbe schwimmen in Olivenöl und kommen bei 63 Grad aus dem Ofen auf den Teller.

Stevan füllte 5 Kilo Fleisch vom Schwein und zur Pasta-Party auf dem Dach des Hotel Antoinette gab es zu einem der 8 Gänge natürlich eine Pasta mit maßlos viel Trüffel.

Schweinbraten mit Kräutern, Trüffeln, Pinienkernen
Foto: Stevan Paul
Schweinebraten mit Kräutern und Trüffeln.

Was übrig blieb, und das war eine Menge, wurde unter den Teilnehmern verteilt oder zu Öl verarbeitet.

Natalie und Stevan haben ihre Geschichten zum Foodcamp auch bereits in Wort und Bild online gestellt. Viel Spaß beim lesen und entdecken neuer Berichte: Das Lesen jeder einzelnen wird sich lohnen.

Das waren Tage voller toller Menschen, fantastischem Essen, nicht aufhörendem Lachen und Momenten, die wir alle nicht vergessen werden.

In diesem Sinne: Tri Tra Truffalo... 

UPDATE: Florian sammelt hier alle Beiträge zum Foodcamp.

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Zu meinem Fleisch schmeckt jeder Wein!

Auf der Rückseite der Amalfiküste in Sorrento, sitzen wir in einer Trattoria 50m über dem Meer. Der Blick richtet sich auf Pompei und den in Dunst gehüllten Vesuv, der sich über der Bucht von Napoli erhebt.

Speziell in Begleitung eines rot leuchtenden Campari Soda ein wunderbarer Ort zum Schreiben.

Auf den ersten Kilometern im VW-Bus, heraus dem Allgäu und hinein in den Urlaub, kam spontan die Idee auf der anstehenden Tour durch Italien bei Dario Cecchini anzuhalten und ein amtliches Stück Fleisch aus seiner Metzgerei zu kaufen. Bekannt aus Bill Bufords Ode an die Küche „Hitze“ ist Dario Cecchini inzwischen ein gemachter Mann in Italien. Nach dem Buch, kamen nicht nur Kunden in Scharen, sondern auch Magazine, Zeitungen und natürlich das Fernsehen.

Das Dörfchen Panzano war schnell auf der Karte gefunden, wobei wir uns bei der Ankunft in dem Ort von ein paar Handwerkern sagen ließen, dass es im Umkreis von 20 km sicher keine einzige Metzgerei geben würde.

Wir waren im falschen Panzano. Es gibt davon rund 14 in Italien und wir standen zwischen Bologna und Modena mitten in der Emiglia Romana, von allen guten Erinnerungen verlassen.

Ein Tankwart im nächsten Autogrill kannte Dario Cecchini und schickte uns in die Toskana - rund 200 km weiter. Ein angemessener Weg für ein gutes Stück Fleisch. Süd-Östlich von Florenz finden wir die Metzgerei in einem dieser klischeehaft schönen Bergdörfer, wie man sie aus beliebig vielen Reiseführern kennt.

Unscheinbar in einer Strasse, abgehend vom Dorfplatz, steht wegweisend eine bunt angemalte Kuh gegenüber einem rot-weiß-gestreiften Ladengeschäft. Der Mann mit dem Händchen (es ist eher eine Pranke!) für gutes Fleisch, steht selber hinter dem Tresen, begrüßt uns laut und lacht auf die Frage, ob wir denn ein Bistecca Fiorentina haben könnten.

Dario_cecchini_paul_fritze
Mein Lächeln ist deutlich gequält: Der Mann umarmt wie er schlachtet.

Es folgt ein Vortrag über den kleinen Anteil, den das Stück Fleisch bei einer Kuh ausmacht und dass man das bei ihm mindestens zwei Tage vor dem Kauf bestellen muss.

Wir kaufen auf seine Empfehlung ein wunderschönes Kilo Bistecca Panzanese und wissen in diesem Moment, dass wir uns um die Beilagen keine Sorgen machen müssen: Es wird keine geben. Die Frage nach dem passenden Wein beantwortet er mit einem verwunderten Blick.

Wir wiederholen: „ Sag mal Dario, welcher Wein passt denn nun wirklich gut zu dem Stück Fleisch?“ „Männer, es ist vollkommen egal was Ihr zu meinem Fleisch trinkt. Das ist unfassbar gutes Fleisch und der Wein spielt überhaupt keine Rolle. Kauft irgendeinen Wein in Panzano - das passt dann zu 100%!“ Starke Ansage...

Im Laden nebenan werden zwei Flaschen Chianti gekauft, bevor wir uns ein paar VW-Bus-Minuten weiter einen Platz mit Aussicht suchen. Hotel und Restaurant für die Nacht wird ein Parkplatz am Rande einer kleinen Siedlung

Wein_und_fleisch

Mehr Zutaten braucht es nicht für ein Spitzenessen.

Panzanese_dario_cecchini
Ein knappes Kilo Panzanese.

Der Fleischberg wir ausschliesslich gesalzen, fast 20 Minuten lang in reichlich Butter auf dem Campingherd in einer massiv abgerockten Pfanne bei voller Hitze bearbeitet. Nach 10 Minuten Ruhe für Fleisch und Koch wird mit ein bisschen Olivenöl serviert.

Panzanese_und_wein_dario_cecchini

Dinner-Setting auf einem Parkplatz unweit von Panzano.

Das Fleisch schmeckt nach Fleisch. Es ist saftig. Außen braun, innen blutendes rosa. Die Weine schmecken hervorragend, spielen aber tatsächlich kaum eine Rolle zum Essen. Fahrt hierher und esst Fleisch.

Wer ohne Plan in den Urlaub fährt, der muss damit rechnen längere Wege zu fahren als andere. Das bedeutet dann auch 200 km für ein Stück Fleisch zurückzulegen, weil man sich Dorf geirrt hat.

Dario Cecchini
Antica Macelleria Cecchini
Panzano in Chianti
Florenz, Italien

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Das RollinRestaurant zieht weiter. Neu-Eröffnung am 08.09.2011 in Berlin.

Zwei Dinge machen mich gerade sehr froh: Zum einen machen wir am 08.09. Das RollinRestaurant zum dritten mal auf, zum anderen hat es ein virtuelles zu Hause gefunden: Hier gehts lang, Paul hat in den letzten zwei Wochen in einigen Nachtschichten einen Blog zusammengebaut, auf dem wir euch in Zukunft vom und über das RollinRestaurant informieren und mit Terminen versorgen.

Foto

Notierts euch: http://www.rollinrestaurant.de/

Ab wann? Ab sofort: Den Termin kennt ihr schon, alles weitere und die Möglichkeit der Anmeldung für den 08. September findet Ihr ab sofort auf der Webseite des RollinRestaurant.

UPDATE: Unser Geschirrsponsor KAHLA verlost diesesmal zwei Plätze auf Ihrer Facebook-Seite.

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Food-Porn von Erik Shirai

Ich bin gerade über diese Videos von Erik Shirai gestolpert. Food-Porn at its best, dass keine weiteren Kommentare von mir braucht. Geniesst...

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Irland, du warst ein Fest.

Die vergangene Woche in Irland hat richtig schlecht begonnen und sich Tag für Tag gesteigert. Meine wunderbaren Gastgeber an den letzten beiden Tagen in Dublin haben für ein paar Höhepunkte in Sachen Restaurantwahl gesorgt.

Nachdem ich am Freitag schon auf anraten von Jennifer im Fallon & Byrne ein wunderbares BBQ-Huhn bekommen habe, ging es am Samstag zum späten Kater-Frühstück ins The House auf der Halbinsel Howth zu Frittata, Omelettes und hervorragendem Espresso.

Spät Abends kam Steak-Hunger auf, den wir im Trocadero stillten und als wenn wir das Wochenende nicht schon genug gegessen hätten, schlugen die beiden vor am Sonntag das Farewell-Mahl im Avoca einzunehmen - was für ein wundervoller Ort. Kaufhaus für die schönen Dinge, ein kleiner Markt mit selbst gebackenem Brot, Obst und Gemüse im Keller und dann dieses Cafe im obersten Stockwerk.

Eine wunderbare Mischung mit Lampenschirmen aus Omas Zeiten, altem Holzmobiliar, weißen Wänden und verspielten Gittern vor den offenen Fenstern. Das Essen ist herrlich unaufgeregt, aber mit viel Liebe zubereitet und serviert. Wer in Dublin ist, sollte dort hingehen. Ein paar Fotos...

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Ein erster Blick ins Cafe, wenn man es bis in den vierten Stock geschafft hat.
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Sauleckere selbstgemachte Limonade mit Bunt.

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Überall liegen die zahlreichen Kochbücher der Cafes zum stöbern.

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Lovely: Den Nachtisch schon am Eingang anschauen.

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Pfannkuchen mit Beeeeeeeren.
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Ich mag den Look...

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...und wie entspannt und gleichzeitig trubelig es dort war - nie gehetzt.
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Tomaten-Fenchel-Suppe und GUTES Brot.

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Fish-Pie mit Lachs und Heilbutt mit Kartoffelkruste drauf. Gegrillte Zitrone und Erbsbrei. LECKER!

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Frische Pasta mit Gorgonzola-Soße, Ruccola, Speck und Parmesan.
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Schokoladen-Pekannuss-Kuchen. Woah, war der gut.
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Lauwarner Rhabarber-Crumble mit Vanille-Eis und Gedöns aussenrum.

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Schlecht lesbar, aber diese Kleinigkeiten... Auf dem Papier, in dem die Rechung kommt steht: The Damage.

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Solltet Ihr nach Dublin kommen und zwei Stunden Zeit in bester Atmosphäre und leckerem Essen verbringen wollen, sei euch der Laden ans Herz gelegt.

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Eine Nutte, ein toter Pfarrer und Bier im Nachbardorf

In Zeiten als Bier noch seiner stäkenden Wirkung wegen getrunken wurde gab es in Irland ein Gesetz, dass am heiligen Sonntag ab 14:00h galt. Es wurde nur dann ausgeschenkt, wenn man sich weiter als drei Meilen vom Wohnort aufhielt, nicht jedoch im heimischen Pub. Das führte dazu, dass die Männer jeden Sonntag nach der Kirche in den Pub des Nachbarortes gingen und dort tranken. Am Abend nach der Sperrstunde traf man auf halbem Weg nach Hause dann die Männer, die im eigenen Ort tranken und sich ebefalls torkelnd auf den Heimweg machten.

Irland hat sich bis heute einige dieser skurrilen Eigenschaften erhalten, die man überall entdecken kann, wenn man genau hinsieht. Es gibt einen Präsidentschaftskandidaten, der trotz aller Kinderpornographie-Skandale, die auch hier vor allem die Kirchenoberhäupter in die Enge treibt, dieses Gebaren offen verteidigt; schließlich haben sich auch Platon & Sokrates mit Jünglingen vergnügt. Aha.

Das Land selber besteht aus Wiesen, wie wir sie nur Kinderbüchern kennen: Blühender Klee, hochgeschossene Schafgarbe, Kamillenblüten wie auf Teepackungen, satt leuchtende Butterblumen und natürlich dickes grünes Gras stehen am Rande von Geröllwüsten in deren Umgebung man keinerlei Leben vermuten würde - eher eine Mondfähre sucht.

Beim Essen ist das nicht anders. Morgens wird einem ein Full Irish aufgetischt, was aus fettiger Wurst mit pappiger Kruste, halbkrossem Schinken und labberigem Toast besteht. Der Tee hingegen ist bisher ausnahmslos von großartiger Qualität gewesen.

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Anderenorts bekommt man geräucherten Lachs der seines gleichen sucht, wobei der Salat daneben pappig ist und mit sorgfältigem Fertigdressing getränkt wird.

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Austern hingegen habe ich noch nie so gut gessen wie hier. Dick, frisch, unaufgeregt. Mit Zitrone, Meerwasser und schwarzem Bier dazu.

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Aus purem Zufall bin ich in Clarinsbridge in Paddy Burks Pub gelandet - Ausrichter des alljährlichen drei Tage andauernden Oyster-Festivals südlich von Galway. Sogar die von mir so ungeliebten überbackenen Tiere schmecken hier nicht nach Panade, sondern nach Auster mit passendem Überzug: Brösel, Knoblauch, Dill, Petersilie.

Ein Justizfall, den Heinrich Böll in seinem "Irischen Tagebuch" beschreibt, unterstreicht das Absurde Irlands: Eine Prostituierte hat einen Pfarrer erstochen, weil er Ihr die Beichte veweigerte. Auf die Frage des Richters warum sie das getan hat, antwortet sie mit verdrehten Augen: "Sollte ich denn mit all meinen Sünden bedeckt sterben? Da war eine weitere auch nicht schlimm."

Ich gewöhne mich dran und nach spätestens dem zweiten Pint wird all das Skurrile und Absurde dieses Landes von lachender Normalität überspült.

Zwölf fette Iren und das Paradis

Irland hat gestern fast alles verspielt und heute wieder gut gemacht. Ein Auszug in Stichpunkten und Schnappschüssen weil ich zu müde, satt und zufrieden bin ganze Sätze zu formulieren:

Frühstück auf dem English Market in Cork: dicke triefende Roastbeef-Sandwiches.

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Zweites Frühstück auf dem gleichen Markt: Scones und Espresso.

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Zuckerschub gegen die Mittagsmüdigkeit: Die beste Cola der Welt - Curiosity von Fentimans.

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My Daily Irish Treat in Kinsale: Zwölf fette Iren und ein Murphys. Die Bustour an die Küste ins Fishy Fishy hat sich so sehr gelohnt

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Für Fotos zu dunkel, aber das kulinarische Highlight der Tour bisher: Drei fantastische Gänge im Cafe Paradiso, das heute nun doch aufhatte und ich nur 25 Minuten brauchte um zu überzeugen, dass ich da unbedingt noch essen muss. Danke an Katharina, eine russische Kellnerin, die Nachsehen mit dem flehenden Deutschen hatte.

Morgen muss sich Galway warm anziehen, um mit dem heutigen Tag gleichzuziehen - ich freu mich drauf.

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