Schluck. Das Weinmagazin.

In der ersten Ausgabe von Schluck waren wir noch als Autoren dabei, die zweite Ausgabe lag vor zwei Tagen im Briefkasten. Das Thema: Naturwein. Ich habe mir den Sonntag Vormittag genommen und einfach mal von vorn bis hinten durchgelesen was der Mundschenk, Julia Klüber, Christian Schärmer und Manfred Klimek ins Heft gebracht haben.

Schluck Cover

Los geht’s mit Martin Bauer, ehemaliger Werber, der den Weg zurück auf das elterliche Weingut sucht. Mit seinem Bruder krempelt er ordentlich um. Die Weine sind schon hervorragend bevor er kommt, die Vermarktung übernimmt der Werber per Handstreich. Den Schaumwein gab es bei der Liebsten und mir auf der Hochzeit.

Mit einem Abstecher nach Dänemark zu dem berühmtesten Craftbeer-Brauer der Welt geht es weiter. Nina Anika Klotz besucht Mikkel Borg Bjergso, dem Macher der Mikkeller Biere. Der Mann schimpft ordentlich auf seine Landsleute, empfiehlt dann aber doch fünf Biere aus Dänemark, die man probieren sollte.

Schluck Bier

Chefredakteur Manfred Klimek hat sich auf die Suche in seine Vergangenheit gemacht und in der Champagne das Haus Gosset besucht. Von hier kam sein Hochzeitschampagner. Was freue ich mich in ein paar Jahren mal bei den Bauers vorbeizuschauen. Eventuell treffe ich das Paar aus Taiwan: Baaaaauheeeeeeer.

Gerd Rindchen schreibt über das was die Deutschen sagen zu mögen und was sie tatsächlich trinken. Olaf Schilling und ebenfalls der Chefredakteur besuchten das Essigbrätlein in Nürnberg. Zwei Sterne hat man im Gasthaus vom Guide Michelin bekommen, trotz oder wegen der konsequenten Küche nach Farben und mit reichlich Gemüse. Ich war selber vor zwei Jahren dort und im Gespräch mit den Köchen Andree Köthe und Yves Ollech haben die Herren viele Antworten auf von mir damals nicht gestellte Fragen gegeben.

Ein Magazin mit Schwerpunkt Naturwein ohne über Nicolas Joly zu schreiben geht nicht. Er ist derjenige der unzählige Winzer, darunter ein paar der wichtigsten französischen, bewegt hat auf biodynamischen Weinbau umzustellen.

In der Erstausgabe von Schluck lernten wir darüber wie Raimond de Villeneuve durch den Hagel erst fast alles verlor und dann durch die Loyalität und Hilfsbereitschaft der Winzerkollegen mehr gewann. Jürgen Schmücking schreibt nun über den gleichen Halt, den John Wurdeman in Georgien erlebt hat, als sein Haus abbrannte. Die Kollegen waren zur Stelle.

Für mich das Herzstück dieser Ausgabe: Christoph Raffelts Text über die Unterschiede zwischen konventionell erzeugten Weinen, Bioweinen, biodynamischen Weinen und vin naturel. Christoph ist für mich damit endgültig zum Erklärbär geworden, den ich mit einem gesunden Halbwissen über Wein brauche. Schon sein erstes Stück über Champagner in Ausgabe eins (hier auch bei ihm im Blog) ist ein herausragender Text. So auch diese detaillierte und differenzierte Betrachtung.

Schluck Biowein

Weiter wird PetNat in Berlin verkostet und beschrieben, Alex Zülch berichtet aus Paris und Stuart Pigott hat morgens als es hell wurde im The Dead Rabbit in New York die tatsächliche amerikanische Weingeschichte erlernt und zum Glück in dieses Magazin geschrieben.

Felix Bodmann traf Achim von Oetinger und lernte wie er 2013 und 2014 mit seinen beiden Jahrgangskollektionen trotz rundum schwieriger Bedingungen Jahr für Jahr einen Qualitätssprung machen konnte.

Wer sonst als Herausgeber und Grafiker Christian Schärmer hat sich ein paar wirklich besonders schöne Etiketten, die mit Typographie spielen gesucht und besprochen.

Schluck Etiketten

Nochmal Craftbeer, jetzt mit Torsten Goffin, der damit aufräumt, dass es irgendeine sinnvolle Definition für das schöne Naturgebräu geben würde und dann fünf Bierstile vorstellt – inklusive konkreter Tipps zum nächsten Rausch.

Im ganzen Heft werden durchweg Menschen vorgestellt, die die Weinszene prägen oder geprägt haben. Man kommt genauso wenig um Peter-Jakob Kühn herum wie um Willi Schlögl. Sven Enderle wird vorgestellt und auch Ben Glaetzer, der in Australien einen Wein machte, der von Parker auf den 100-Punkte-Olymp gehoben wurde.

Schluck erscheint am 09.03.2016 zum zweiten Mal und ist nicht nur im Zeitschriftenhandel erhältlich, sondern auch hier zu erwerben http://www.schluck-magazin.de/ Klare Kauf-, Lese- und Weiterverschenkempfehlung.

 

  1. Cecilia

    Das sieht wie ein richtig gutes Buch über Wein aus! Endlich! Allein die Beschreibung hier macht mich neugierig auf mehr! Danke vielmals.

    April 15th, 2016 // Reply

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